Philselect

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Die Wahrheit über Ihre Bewerber

Die ursprünglich philosophische Fragestellung lautet: Wer ist der Mensch? Die Verzweigung der Wissenschaften hat die Philosophie bei der Beantwortung dieser Frage in den Hintergrund gedrängt. Der Glaube, dass allein die Psychologie dazu berechtigt sei, verbindliche Aussagen über die Verfassung des Menschen zu treffen, bewirkt, dass wertvolle Erkenntnisse einer jahrtausendealten Entwicklung des Geistes ungenutzt bleiben. Diese fruchtbar zu machen, ist die vordringliche Aufgabe des Philosophischen Kollegs für Führungskräfte. So etwa bei der Ausbildung von Führungskräften, der kreativen Problemlösung jenseits alltäglicher Denkweisen und schließlich bei der intelligenten Personalauswahl.

Letzteres ist die Aufgabe von PhilSelect. Wir nutzen die natürliche Neigung des menschlichen Gehirns, Aufmerksamkeit zu generieren und etwas über sich selbst etwas zu erfahren. Dabei bedienen wir uns der Erfahrung, dass es nur einen Zugang zur Philosophie gibt: die aufrichtige und liebevolle Konzentration auf die anstehenden Denkzusammenhänge und ihre sprachliche Artikulation. Philosophie ist nur dort lebendig, wo sie diese Leidenschaft zur Konzentration wecken erhalten kann.

Unabhängig von speziellen philosophischen Themen, offenbaren sich eigentümliche Vorbehalte bei manchen Teilnehmern. Diese beruhen auf Charaktereigenschaften oder Persönlichkeitsdefiziten. Im Licht der philosophischen Arbeit offenbaren die Betroffenen ihre Unfähigkeit, anderes und andere als sich selbst dauerhaft ins Zentrum der eigenen Aufmerksamkeit zu rücken. Es sind dieselben Defizite, die Mitarbeiter und Führungskräfte in ihrem beruflichen Alltag in der Konzentration auf andere Menschen und Aufgaben behindern.

Was Assessment Center entweder mit großem Aufwand oder gar nicht entlarven können, gelingt in der Seminaratmosphäre von PhilSelect, auf deren Arbeitsweise sich kein Teilnehmer außerhalb des Kollegs vorbereiten kann. Die philosophische Situation setzt jeden Teilnehmer stets aufs Neue der Einmaligkeit einer Situation aus. Es gibt keine Routine, die ein Teilnehmer im philosophischen Seminar „abspulen“ könnte. Die Konzentration auf philosophische Zusammenhänge erfordert die ungespielt echte Originalität des Menschen in der jeweiligen Denksituation. Dabei ist es unerheblich, ob der Teilnehmer ein ursprüngliches Interesse an Philosophie hat oder nicht.

Das Arbeitsklima bei PhilSelect gleicht, anders als bei herkömmlichen Personalauswahlverfahren, keiner Prüfungssituation, weshalb der extrovertierte Teilnehmer auch weniger den Zwang zur „Schauspielerei“ verspürt. Die Bewerber geben freiwillig ihr Bestes. Ihre Freude an der philosophischen Arbeit beruht darauf, dass sich das Gehirn von Natur aus gern in einer fremden Situation orientiert, sofern es keine Furcht verspüren muss. Der Teilnehmer kann, wie ein Kind beim Spiel, angstlos neuen Gedanken folgen.

Im Rahmen von PhilSelect offenbaren jene Menschen eine Verweigerungshaltung, die dieses angstlose Spiel nicht kennen. Dabei verbrauchen sie unnötig Energie, um sich vor der fremden Situation zu schützen. Solche Leute sind nicht teamfähig, nicht berechenbar, sie sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um sich auf anderes konzentrieren zu können – und zwar ohne es zu merken. In der Philosophie kann man nicht spielen, aufrichtig zu sein. Man spricht aus, was man ist. Philosophie lässt es nicht zu, einen Gedanken so zu formulieren, als hätte man ihn nicht sagen wollen.

Der Psychologe nötigt den Bewerber, in einer Art Herrschaftsverhältnis, Dinge zu sagen, die er nicht bereitwillig offenbaren will, prescht oftmals in seine Intimsphäre vor. Der philosophische Diskurs hingegen, horcht das Gegenüber nicht aus, sondern nutzt das positive Gefühl, das sich bei jedem Menschen einstellt, wenn es ihm gelungen ist, einen Sachverhalt zutreffend auf den Begriff gebracht zu haben. „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“, wusste schon Ludwig Wittgenstein. Aus der Freude und Freiwilligkeit, sich am Diskurs zu beteiligen, entspringt der Beitrag des Teilnehmers – und nicht aus dem Zwang, der Autorität des Psychologen oder Vorgesetzten Folge leisten zu müssen. Schließlich bedeutet in Harmonie mit sich selbst zu sein, dass wir in unserem Denken und Sprechen nicht etwas anderes finden, als uns selbst. Der philosophische Diskurs lässt es beispielsweise nicht zu, dass moralistische Menschen besser von sich denken, als es nötig wäre.

Die philosophische Personalauswahl kann Bewerber für eine bestimmte Position beurteilen im Hinblick auf: Persönlichkeit und Allgemeinbildung, intellektuelle Beweglichkeit, Teamfähigkeit, sprachlich klares Ausdrucksvermögen, Sympathiefähigkeit, emotionale Einstellungen, Schlüssigkeit der Gedankenfolge sowie das rhetorische Geschick.
August 2007

PD Dr. Klaus-Jürgen Grün

Dr. Yvonne Thorhauer
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