WIE FUNKIONIERT PHILKOLL

Hier erfahren Sie, warum Philosophie spannend und witzig sein kann und warum ihre Spannung und ihr Witz zum gelungenen Leben beitragen.

Sie erfahren, mit welchen Methoden das Philosophische Kolleg für Führungskräfte seit 10 Jahren erfolgreich Philosophie dort vermittelt, wo Universitäten nicht hinkommen.

Sie erfahren, wie Sie selbst daran teilhaben können.

für wen

  • die Entscheidungen in komplexen Systemen treffen und dabei Zeit sparen und Sicherheit gewinnen wollen.
  • die sich dem Balanceakt zwischen ökonomischen Zwängen und ethischen Erfordernissen stellen.
  • die bereit sind, ihr Selbst- und Fremdbild nachhaltig in Einklang zu bringen.
  • ihre Kommunikationsfähigkeiten stärken wollen.
  • die in Ihre geistige Fitness investieren.
  • oder die einfach Spaß am Philosophieren haben und dabei eine neue Qualität erreichen wollen.

Visionen

Das spezielle Studium für Manager nützt Ihrem Unternehmen, indem es die Unverwechselbarkeit und Werte prägende Kraft ihrer Führungselite sichtbar werden lässt. Es schafft das Bewusstsein und die dazugehörige Basis für eine Unternehmensphilosophie. Denn solange Führungskräfte nicht selbst in philosophische Diskurse eintreten können, bleibt das Wort Unternehmensphilosophie eine bloße Worthülse.

Dies zu vermitteln ist das wichtigste Ziel des Philosophischen Kollegs, während die Teilnehmer sich mit anspruchsvollen Texten und deren Bewertung auseinandersetzen.

Philosophie stellt Einheitlichkeit unserer Person her. Sie bringt die Grundlagen unseres Handelns ins Bewusstsein und verleiht den einzelnen Momenten unseres Daseins den Zusammenhang.

Durch die Konzentration auf ungewöhnliche Gedankengänge vollzieht der Mensch im Philosophieren den Prozess der Verbindung des scheinbar Unverbundenen. Er trainiert die Synchronisation von Denken und Sprechen.
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Dokumentation

In diesem Bereich finden Sie Informtation zu Techniken, Strategien und Begriffen in der Welt der Philosophie

Wissendatenbank

Team

"Der Sinn fällt nicht vom Himmel, er wird auch nicht von einer Religion gestiftet, sondern ich selbst stifte Sinn, indem ich mir mein Tun wichtig mache."
- Reinhold Messner

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün
Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün
Dr. Marc Borner, Dipl.-Psych., M.A.
Dr. Marc Borner, Dipl.-Psych., M.A.
Prof. Dr. Yvonne Thorhauer
Prof. Dr. Yvonne Thorhauer
Claudia Piontkowski
Claudia Piontkowski

Kontakt

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Essays

Klaus-Jürgen Grün

Terror-Wahnsinn und Methode

Mit einer Anfrage im saarländischen Landtag wollte die AfD wissen, welches die häufigsten Vornamen von Messer-Angreifern seien. Die Antragsteller waren offenbar überlistet worden von ihrer eigenen Gewohnheit, über jeden Messerangriff von Asylanten so häufig und ausladend zu berichten, dass jeder einzelne Angriff wie eine Vielzahl im völkischen Bewusstsein zur Resonanz gebracht werden konnte.

Seit geraumer Zeit ist das Ergebnis öffentlich. Die häufigsten Vornamen lauten: Michael, Daniel und Andreas (https://www.merkur.de/politik/saarland-afd-will-haeufigste-vornamen-von-messer-taetern-wissen-ueberraschende-antwort-zr-12003083.html Münchener Merkur vom 30.03.2019)

Aber wir haben keinen Grund zum Jubeln, wenn wir wieder einmal eine rassistische Erwartung zur Enttäuschung geführt sehen. Wir helfen nämlich den Anhängern der Fremdenfeindlichkeit und deren blutigen Auswüchsen dabei, sich selbst als Fremde fühlen zu dürfen. Es stehen sich nicht Demokraten und Anti-Demokraten feindselig gegenüber. Was hier einander zu vernichten versucht, sind vielmehr Zweifler an der Glaubwürdigkeit eigener demokratischer Gewohnheiten auf der einen Seite und diejenigen die ihren Unglauben unverschämt aussprechen und danach handeln wollen.

Unsere nach vorherrschenden demokratischen Verfahren gewählten Parteien werfen sich härter denn je wechselseitig Vergiftung des politischen Klimas vor. Gleichwohl möchte offenbar keine darauf verzichten, der jeweiligen Gegenseite eben diese Vergiftung vorwerfen zu können. War es ein syrischer Messerstecher, dann schreien die AfD-Parteigänger: „Merkels Tote“. (https://www.facebook.com/heimatliebeharz/videos/merkels-tote-symbolische-beerdigung-vor-dem-reichstag/212796322860430/) Ist es dagegen ein rassistischer Massenmörder, dann stabilisieren die Anhänger der anderen Seite das selbe Denkmuster: „Die Saat der #AfD geht auf und diese Schuld nimmt den Hetzern niemand“, twitterte etwa der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer nach dem Blutbad des Hanauer Amokläufers. (https://www.stern.de/politik/deutschland/wie-die-afd-das-attentat-von-hanau-relativiert-9149582.html)

Die gleichlautenden Denkmuster sind lange bekannt, und die aus ihrer Bekanntheit gebildeten Alternativen genau so lange ignoriert. In unserem binären Code der Moralen, die ausschließlich zwischen Gut und Böse einzuordnen gewohnt sind, können stets nur die jeweils Anderen die Bösen sein. Die dabei wirkende eingeschränkte Logik zielt auf Bestrafung des Anderen und Schuldzuweisung, statt auf Auswege aus der Paradoxie. Freilich hat auch Bestrafung und Schuldzuweisung eine Wirkung, das will ich nicht bestreiten. Und auch meine Glücksgefühle schlagen höher, wenn ein Nazi verdroschen wird. Aber diese Wirkungen lösen die Paradoxie nicht auf, in der sich  Gegner auf dem selben Feld wechselseitig den Boden fruchtbar vorbereiten, damit der Andere die Früchte ernten kann. Im Gegenteil, diese Gefühle, mit denen ich nicht alleine bin, sind Bestandteil des Phänomens. Vergiftet wird dabei der Boden, auf dem  kritische Diskurse hätten gedeihen können. Auf diesem Boden gedeiht in erster Linie die Angst vor dem Anderen und dessen Komplizen.

Niklas Luhmann führte beispielsweise schon Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts das neue gemeinsame Interesse an Angst – genauer „Angstverminderung“ – auf die Unmöglichkeit des binären Moralsystems, seine eigene Moral moralisch abwerten zu können, zurück. Ihre eigene Gültigkeit ist stets – entweder mit Berufung auf göttlichen Machtspruch oder auf Selbstverständlichkeit von Vernunft – als wahr vorausgesetzt. Sie bedarf des Anderen, um sich ihrer Andersheit zu versichern. Das völkische Denkmuster benötigt die Metaphern „Fremde“ oder „Mauer“, um sich eine Identität verpassen zu können. Jeder, der kein Fremder sein will, strukturiert sich den Fremden so passend, dass er ihn aus seiner Gruppe der „Normalen“ oder sogar der „Lebenswerten“ und „Vernünftigen“ ausgrenzen kann. Jeder ist nach diesem Muster aber anderswo immer ein Fremder oder eine Fremde. Das Andere ist nur die andere Seite des selben Blattes.

Der binäre Moral-Code produziert auf gleiche Weise automatisch Unmoral. Wer moralisch ist, ist es hinsichtlich der Nicht-Moral. Seine Identität bedarf der Nicht-Moral als einer Unsitte, um sich davon abzugrenzen. Dabei entsteht Angst vor der Unsitte, der Nicht-Moral, dem Anderen der Moral. Die Frage nach dem Wert der Moral, wie sie Nietzsche gestellt hatte, muss in der Verdrängung gehalten werden. Der moralische Mensch darf nicht daran zweifeln, dass Moral moralisch sei und Ethik ethisch. Moral orientiert sich an Angstminderung. Schließlich kann ich meine Angst, böse zu sein, am einfachsten dadurch mindern, indem ich eine oder einen mit konträrer Meinung für böse erkläre.

„Angst wird dann zum funktionalen Äquivalent für Sinngebung“, schrieb seinerzeit Luhmann, „und zwar zu einem haltbaren funktionalen Äquivalent, da Angst (im Unterschied zu Furcht) durch keines der Funktionssysteme weggeregelt werden kann. Panik kann nicht verboten werden“.  (Niklas Luhmann,  Ökologische Kommunikation, Kann die moderne Gesellschaft sich auf ökologische Gefährdungen einstellen?, 4. Auflage, Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004, S. 238f.)

Und weil Angst weder „rechtlich … reguliert“ noch „wissenschaftlich … widerlegt“, noch nicht einmal verordnet werden kann, könnte eine Veröffentlichung der häufigsten Vornamen von Messer-Angreifern die Angst vor einer Willkommenspolitik steigern. Dass dabei in erster Reihe deutsche Vornamen stehen, macht den Nazis freilich noch lange keine Angst vor den Deutschen. Aber im Ganzen haben diejenigen gewonnen, die das System „Angst“ stärken müssen, um von der eigenen Schwäche der Inhalte abzulenken.

So wie der Homophobe den Homosexuellen benötigt, um seine eigene Tendenz zur Homoerotik in dem anderen abzutöten, so verhalten sich gegenwärtig viele Verteidiger der Demokratie. Sie haben es versäumt, ein Denkmuster zuzulassen, das danach fragt, wie demokratisch unsere demokratischen Prinzipien sind. Was übrig bleibt, ist dann der Aufbau derjenigen, die hemmungslos jede Errungenschaft der Demokratie niederreißen. Denn in der Abwehr der unverhüllten Anti-Demokratie können wir unsere Zweifel an manchen alten Prinzipien der Demokratie noch für ein paar Wahlperioden in der Verdrängung halten.

Manager-Philosophie-Kolleg (MPK)

Manager-Philosophie-Kolleg (MPK)

Termine Gruppe PhilKoll Atlantik XX (samstags)    
6. November 2021
4. Dezember 2021
8. Januar 2022
12. Februar 2021

zusätzlich für Gäste:
12. März 2022
2. April 2022

   


Jeweils freitags von 10:00-18 Uhr, Seminarraum PhilKoll, Albert-Einstein-Str. 41, 63538 Großkrotzenburg


Termine Gruppe PhilKoll XXI (freitags)

3.       24. September 2021
4.       12. November 2021
5.       03. Dezember 2021
6.       14. Januar 2022
7.       11. Februar 2022
8.       11. März 2022
9.       08. April 2022
10.     noch offen

Jeweils Samstag von 10:00-18 Uhr, Seminarraum PhilKoll, Albert-Einstein-Str. 41, 63538 Großkrotzenburg


Termine MPK Berlin, Berlin-Wilmersdorf, zumeist dienstags

1.       12. Oktober 2021
2.       09. November 2021
3.       06. Dezember 2021
4.       11. Januar 2022
5.       15. Februar 2022
6.       15. März 2022
7.       12. April 2022
8.       17. Mai 2022
9.       14. Juni 2022
10.     12. Juli 2022


Vorläufige Termine  MPK Aufbaukurs für Ethikbeauftragte in Unternehmen

Ort: Ringhotel Loew’s Merkur, Pillenreuther Str. 1, 90459 Nürnberg, (0911.994330) Direkt am Hauptbahnhof


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Teilnahmebedingungen:
Für die Teilnahme am MPK berechnen wir für die 10 Seminartage insgesamt eine Gebühr von 5.000,- Euro zuzügl. MwSt., die mit der ersten Sitzung des Kollegs erhoben wird. Die Kollegs finden entweder im Seminarraum von PhilKoll, Albert-Einstein-Str. 41, 63538 Großkrotzenburg, statt – Beginn zumeist jeweils um 9 oder 10 Uhr und enden gegen 18:00 Uhr – oder an den bekannten anderen Orten. Für kleinere Pausen halten wir Gebäck bereit und für die Lunch-Pause ein leichtes Mittagessen. In einzelnen Fällen steht für die Seminare im PhilKoll-Seminarraum ein Gästezimmer für Übernachtungen vor oder nach dem Kollegtag zur Verfügung.
Zur Anmeldung nutzen Sie bitte das Kontaktformular

Goethe-Universität Frankfurt

Hier finden Sie einige Informationen und Unterlagen zu meiner Lehrveranstaltung im Sommersemester 2021
Seminar gemeinsam mit Dr. Marc Borner: „Das narzisstische Ich – sein Bewusstsein und die Verschwörungstheorie“
Mo 10-12, Zoom Einladungen erhalten angemeldete Studierende, bitte anmelden unter: KGruen (at) t-online.de

Blockseminar: Philosophieren mit Führungskräften.

Das Schwerpunktthema in diesem Herbst lautet:
„Das Ende des Kapitalismus und darüber hinaus“
findet statt vom 1.-3. Oktober 2021 im Landhotel Grashof in 36148 Kalbach bei Fulda.

„Stuttgarter Zukunftssymposium“
20. November 2021
Thema: „Bildung und KI“.